ES JuHe Dü(r)rer als Holbein

Herburger studierte von 1919 bis 1927 an der Kunstakademie Stuttgart, sowie gastweise an der Münchner Akademie.
Ab 1925 mit Ausstellungen, Studienreisen, Kontakte zu Kunstvereinigungen und mit Freundschaften zu anderen Künstlern aktiv.
1937 und 1939 im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ diskriminiert. 1939 Heirat mit Maria, geb. Weinhardt (1899-1982) aus Colmar, Gymnasial-Oberlehrerin und Pianistin.
Kriegsdienst von 1939 bis 1945 bei einer Luftnachrichten-Abteilung in München. 1949 Gründungsmitglied der Sezession Oberschwaben-Bodensee.
Ab 1952 regelmäßige Teilnahme an Ausstellungen.
 
In der Welfia Mitglied als Prüfling 7.5.103, Knappe „13“ am 7.12.103, Junker Julius 17.05.104, Ritterschlag 19.04.105, Ahallaritt 2.9.114.
Seine Ritterarbeit ist ein beidseits bemalter Rupfen mit Ritterbildern.
Er ist einer jener Vertreter der „gebrochenen“ Biographien, hat zwei Weltkriege erlebt und er war Zeitzeuge eines Jahrhunderts des gesellschaftlichen und kulturellen Umbruchs.
Nach dem Krieg strebte Herburger erneut eine Rückkehr nach Stuttgart an, aber seine Bewerbung um eine Professur an der Stuttgarter Kunstakademie wurde nach längerem Zögern im Jahr 1949 abgelehnt, was ihn sehr betrübte.
So bemühte sich Herburger ab den 1950er Jahren um zahlreiche Wandbild-und Porträtaufträge, außerdem engagierte er sich seit 1952 als Jurymitglied der “Stuttgarter Sezession” und des Württembergischen Kunstvereins. Überdies war er seit der Gründung im Jahr 1946 auch ein wichtiges Mitglied in der Sezession Oberschwaben.
1972, ein Jahr vor seinem Tod, bekam Julius Herburger das Bundesverdienstkreuz verliehen, eine späte Ehre für einen Künstler, der oft spröde und unnahbar wirkte, aber im Grunde hoch sensibel war.
Herburgers Beobachtungsgabe brachte ihn zu seiner spitzen Feder, famose Karikaturen entstanden im Laufe der Jahrzehnte, manche witzig, manche verbissen. Der Maler ließ fast niemanden aus, schon gar nicht den zeitgenössischen Kunstmarkt, von dem er sich zunehmend missverstanden fühlte.
Ich muss mir selber täglich in die Ohren schreien: “Male, wozu es dich treibt und nicht, was andere erwarten oder gar fordern!“ Man darf, wenn einem klar geworden ist, was man zu tun hat, auf nichts anderes hören; und man darf um keinen Preis denen nachgeben, die es angeblich besser wissen.